soup and bread

Rumänische Bohnensuppe – Ciorbă de Fasole nach Originalrezept aus Cluj-Napoca

Rumänien Rundreise: 3000 Kilometer voller Überraschungen – und eine echte Ciorbă de Fasole aus Cluj-Napoca 🍲🇷🇴

Zwei Wochen durch Transsilvanien und den Banat unterwegs – mit vielen kulinarischen Entdeckungen. Dazu ein originales Rezept für rumänische Bohnensuppe aus Cluj-Napoca.


Zwei Wochen waren wir jetzt unterwegs. Nur wir zwei allein, quer durch Transsilvanien und den Banat. Rund 3000 Kilometer mit unserem braven Auto, das uns kein einziges Mal im Stich gelassen hat. Kein Patschen, kein Mucken, kein Warnlämpchen. Nur eines war klar: Der Wagen hatte ständig Durst. 😄

Interessant war für mich der Benzinpreis. Durch Krisen, Kriege und die ganze Weltlage kostet der Sprit mittlerweile fast überall ähnlich viel. Beim Essen schaut die Sache aber ganz anders aus. Da merkt man schnell: In Rumänien bekommt man für sein Geld noch richtig viel.

Ich rechne auf Reisen ja gern in meiner persönlichen Bierwährung. Ein frisch gezapftes helles Bier kostete meistens um die 2,50 Euro. Und das ist für mich ehrlich gesagt ein sehr fairer Kurs.

Was mich aber wirklich überrascht hat: Meine Meinung über Rumänien hat sich komplett verändert.

Wir haben unglaublich viele freundliche, hilfsbereite und herzliche Menschen kennengelernt. Kein einziges Mal fühlten wir uns unsicher. Bettler? Eigentlich keine gesehen. Kriminalität? Ganz anders als man oft hört.

Nur der Verkehr in den großen Städten … also da braucht man starke Nerven. Diese vier- oder sogar sechsspurigen Kreisverkehre haben mich als Kärntner Provinzkoch ordentlich gefordert. 😅

Und dann die Einkaufszentren! Riesige Malls mit gefühlt 250 Luxusgeschäften, von denen ich die Hälfte gar nicht kenne. Ich komme aus Klagenfurt – wir haben nicht einmal ein Hallenbad. Da merkt man erst, wie modern viele Regionen dort inzwischen geworden sind.

Digital sind uns die Rumänen teilweise weit voraus. Kartenzahlung funktioniert fast überall. Selbst am Marktstand oder im kleinsten Kaffeehaus hält dir jemand sofort das Kartenlesegerät hin.

Dafür verstehen sie beim Autofahren keinen Spaß: 0,0 Promille und strenge Kontrollen. Deshalb trinken die Lenker dort praktisch keinen Alkohol. Abends fährt man halt mit Uber oder Bolt um oft läppische 1,50 Euro quer durch die Stadt zum Essen.

Und genau diese kulinarischen Erinnerungen haben mich jetzt zuhause eingeholt.

Darum gibt’s dieses Wochenende eine echte rumänische Ciorbă de Fasole – eine herzhafte Bohnensuppe aus Siebenbürgen mit Speck, Gemüse und einer feinen säuerlichen Note. Das Rezept habe ich mir mit Händen, Füßen und viel Kochschmäh von einem Koch in Cluj-Napoca erklären lassen.


enamel pot on gas stove with steaming soup
Photo by betül nur akyürek on Pexels.com

🇷🇴 Ciorbă de Fasole – Siebenbürgische Bohnensuppe

Zutaten für 6 Personen

  • 500 g Wachtelbohnen (braun gesprenkelte Bohnen)
  • 200 g Selchspeck oder geräucherter Bauchspeck
  • 1 große Zwiebel
  • 2 Karotten
  • 1 Petersilienwurzel
  • 1 Stück Sellerie
  • 1 roter Paprika
  • 2 Erdäpfel
  • 2 EL Paradeismark
  • 2 Lorbeerblätter
  • 1 TL Paprikapulver edelsüß
  • Salz
  • Pfeffer
  • 1 Schuss Weißweinessig
  • 150 ml Sauerrahm
  • frische Petersilie oder Liebstöckel
  • etwas Öl oder Schweineschmalz

Zubereitung

Die Bohnen am besten über Nacht in kaltem Wasser einweichen.

Am nächsten Tag die Bohnen abseihen und mit frischem Wasser weich kochen. In vielen rumänischen Küchen wird das erste Kochwasser sogar weggeleert – soll bekömmlicher sein.

In einem großen Topf Speckwürfel langsam auslassen. Dann fein geschnittene Zwiebel dazugeben und glasig rösten.

Karotten, Sellerie, Petersilienwurzel, Paprika und Erdäpfel klein schneiden und mitrösten. Jetzt kommt das Paradeismark und das Paprikapulver dazu.

Mit Wasser oder leichter Rindsuppe aufgießen und alles gemütlich weich köcheln lassen.

Danach die gekochten Bohnen beigeben und mit Lorbeer, Salz und Pfeffer abschmecken.

Ganz wichtig für den typischen Geschmack: die leichte Säure. Dafür etwas Weißweinessig einrühren.

Zum Schluss Sauerrahm unterziehen und mit viel frischer Petersilie oder Liebstöckel servieren.

Dazu passt frisches Weißbrot oder ein warmer Teigfladen.


Mein Küchentipp 👨‍🍳

Die Suppe schmeckt am zweiten Tag fast noch besser. Viele rumänische Wirte kochen sie deshalb schon morgens für den Abend vor. Und ein kleines Glaserl Tuica danach gehört dort fast schon zur Tradition.


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