Der heutige Artikel in der Kleinen Zeitung über die Ganslpreise in Oberkärnten hat mich ordentlich aufgeregt. Denn so gern ich einen guten Gänsebraten esse: Bei manchen Preisen muss ich als Pensionist ehrlich sagen – das kann ich mir nicht leisten.
Ganslessen um 79 oder 90 Euro?
Laut dem Artikel kostet eine klassische Ganslportion in Oberkärnten heuer zwischen 38,90 und 49 Euro. Beim Bärenwirt werden Brust oder Haxl mit jeweils 24 Euro pro Gang angegeben. Ein viergängiges Menü kostet dort 90 Euro, in der Seevilla gibt es ein dreigängiges Menü um 79 Euro.
Hier geht es zum Artikel der Kleinen Zeitung
Für mich ist klar: Alles über 50 Euro für eine Portion oder ein einfaches Ganslessen übersteigt mein Budget. Ich bin kein Millionär und auch kein Hochstapler. Ich lade meine Familie gern zum Essen ein und schätze gutes Essen sehr. Wer mich kennt, weiß, dass ich sicher kein Klemmer bin. Aber solche Preise würden mein Pensionistenkonto ordentlich überziehen.
Ein festliches Essen soll Freude machen – und danach kein Loch in die Haushaltskassa reißen.
Natürlich weiß ich, dass gute Zutaten, Personal und die Arbeit in der Küche Geld kosten. Das stelle ich gar nicht infrage. Trotzdem muss man sagen dürfen, wenn ein Essen für das eigene Budget einfach zu teuer geworden ist.
In Ungarn gönne ich mir gern eine Gans
Wenn ich im Laufe des Jahres in Ungarn Urlaub mache und die Puszta genieße, esse ich gern einen köstlichen Gänsebraten mit Rotkraut und Knödeln. Auch eine Mastgans aus Ungarn kaufe ich gern, wenn Herkunft, Haltung und Fütterung für mich passen.
Eine Gans mit ungefähr vier Kilo um rund 60 Euro finde ich in Ordnung. Ob sie „handgestreichelt“ wird oder frei über einen Hof läuft, ist für mich nicht entscheidend. Wichtig ist mir, dass das Tier artgerecht gehalten und vernünftig gefüttert wird.
Stopfleber lehne ich heute ab. In meiner Lehrzeit habe ich sie kennengelernt. Inzwischen tut mir das Tier dabei leid.

Warum mir Ente oft lieber ist
Eine Gans hat für meinen Geschmack viel Fett und viele Knochen. Beim Braten rinnt eine große Menge Fett aus. Das kann man auffangen und später zum Kochen verwenden, aber beim Tranchieren ist die Küche schnell eingesaut.
Am Ende bleiben für mich oft eine gute Brust, eher trockene Haxerl und viele Knochen übrig. Die Sauce schmeckt dafür meist wunderbar kräftig.
Persönlich ist mir eine Ente oft lieber: Sie hat für mein Empfinden mehr Fleisch im Verhältnis zu den Knochen und ist weniger fett. Eine knusprig gebratene halbe Ente pro Person, ähnlich gewürzt wie eine Gans, ist für mich ein herrliches Essen.

Meine nächste Gans bereite ich anders zu
Gans gibt es bei mir ohnehin nur ein- bis zweimal im Jahr – am 15. November oder zu Weihnachten. Und das nächste Mal werde ich sie nicht mehr im Ganzen oder gefüllt zubereiten.
Mein Rezept für die zerlegte Gans mit knuspriger Brust, zarten Keulen und kräftiger Sauce findest du im Kärntner Kochbuch 2.0.
Brust und Keulen brauchen unterschiedliche Garzeiten. Darum möchte ich die Teile getrennt zubereiten: Die Keulen garen langsam, die Brust kommt später ins Rohr. Aus Karkasse, Flügeln und Gemüse lässt sich eine kräftige Sauce kochen.
Weitere Rezepte findest du in meinem Kärntner Kochbuch 2.0.
Die Preisbeispiele stammen aus dem Artikel „Es ist Ganslzeit: Das kosten die Portionen heuer in Oberkärnten“ von Lisa Holzfeind, erschienen am 25. Oktober 2026 in der Kleinen Zeitung. Dieser Beitrag gibt meine persönliche Meinung wieder und ist kein Abdruck des Zeitungsartikels.
