Normalerweise koche ich ja meistens das, worauf meine Frau gerade Lust hat. Nach so vielen gemeinsamen Jahren weiß ich ohnehin ziemlich genau, womit ich ihr eine Freude machen kann. Aber heute durfte einmal die Familie bestimmen.
Mein ultimativer Camping-Kaiserschmarrn
Und überraschenderweise sollte es diesmal nichts Mediterranes, nichts vom Balkan und auch nichts vom Grill sein.
Nein – gewünscht wurde ein richtiges Wohlfühlgericht aus der Heimat:

Hausgemachter Kaiserschmarrn mit Rosinen und Apfelmus
Da musste ich nicht lange überlegen. Ein guter Kaiserschmarrn geht immer – egal ob auf einer österreichischen Berghütte oder hier bei uns am Meer in Valalta.
Dazu ein schönes, selbst gemachtes Apfelmus und für mich unbedingt ein Glas eiskalte Frischmilch.
Frischmilch muss es für mich sein
Ich liebe richtige Frischmilch. Diese länger haltbare ESL-Milch ist einfach nicht mein Fall. Für meinen Geschmack erinnert sie schon ein wenig an Haltbarmilch.
Ganz ohne Nährstoffe ist sie natürlich nicht: Auch ESL-Milch enthält Eiweiß, Kalzium und Vitamine. Durch die stärkere Wärmebehandlung können allerdings einige hitzeempfindliche Vitamine etwas reduziert werden. Geschmacklich bleibe ich trotzdem eindeutig bei der klassischen Frischmilch.
Und zu einem warmen Kaiserschmarrn gibt es für mich sowieso kaum etwas Besseres als ein großes Glas davon direkt aus dem Kühlschrank.
Das Rezept ist unkompliziert und funktioniert auch in einer normalen Campingküche. Man braucht weder Backrohr noch komplizierte Geräte – eine große Pfanne, eine Schüssel und ein Kochlöffel reichen vollkommen.
Zutaten für 4 Personen
Für den Kaiserschmarrn
- 250 g Mehl
- 500 ml Milch
- 5 Eier
- 2 EL Zucker
- 1 Päckchen Vanillezucker
- 1 Prise Salz
- 50–70 g Rosinen
- etwas Rum zum Einweichen der Rosinen, nach Wunsch
- Butter zum Ausbacken
- 1–2 EL Zucker zum Karamellisieren
- Staubzucker zum Bestreuen
Zubereitung
1. Rosinen vorbereiten
Die Rosinen für etwa 15 Minuten in etwas Rum oder warmem Wasser einweichen. Wer keine Rosinen mag, lässt sie einfach weg – aber bei uns gehören sie zu einem richtigen Kaiserschmarrn einfach dazu.
2. Teig anrühren
Die Eier trennen.
Mehl, Milch, Eidotter, Zucker, Vanillezucker und eine Prise Salz zu einem glatten Teig verrühren.
Das Eiweiß zu steifem Schnee schlagen und vorsichtig unter den Teig heben.
Genau dieser Eischnee macht den Kaiserschmarrn schön locker und flaumig.
3. In der Pfanne backen
In einer großen Pfanne ordentlich Butter erhitzen.
Den Teig etwa zwei Zentimeter hoch eingießen und die abgetropften Rosinen darüber verteilen.
Bei mittlerer Hitze langsam backen, bis die Unterseite goldbraun ist.
Dann den Schmarrn mit zwei Pfannenwendern oder einem Kochlöffel in mehrere Stücke teilen und wenden.
4. Zerreißen und karamellisieren
Wenn auch die zweite Seite schön gebräunt ist, den Kaiserschmarrn mit zwei Gabeln oder Kochlöffeln in mundgerechte Stücke zerreißen.
Noch etwas Butter und ein bis zwei Esslöffel Zucker dazugeben und den Schmarrn kurz durchschwenken, bis der Zucker leicht karamellisiert.
Das macht für mich den Unterschied zwischen einem normalen Schmarrn und einem richtig guten Kaiserschmarrn.
Zum Schluss kräftig mit Staubzucker bestreuen.

Schnelles hausgemachtes Apfelmus
Natürlich könnte man ein Glas Apfelmus kaufen. Aber wenn ich schon Kaiserschmarrn mache, dann ist das Apfelmus genauso schnell selbst gekocht.
Zutaten
- 1 kg Äpfel
- etwa 100 ml Wasser
- Saft einer halben Zitrone
- 1–2 EL Zucker, je nach Süße der Äpfel
- 1 kleine Zimtstange oder etwas gemahlener Zimt
- nach Wunsch etwas Vanille
Zubereitung
Äpfel schälen, vierteln, das Kerngehäuse entfernen und klein schneiden.
Mit Wasser, Zitronensaft, Zucker und Zimt in einen Topf geben.
Zugedeckt etwa 15 bis 20 Minuten weich dünsten.
Die Zimtstange entfernen und die Äpfel anschließend mit einem Kartoffelstampfer zerdrücken oder mit dem Stabmixer pürieren.
Ich mag das Apfelmus gerne noch ein wenig stückig – man soll schließlich merken, dass echte Äpfel darin sind.
Campingküche kann auch Heimatküche sein
So schön das Essen rund ums Mittelmeer auch ist – manchmal braucht man einfach wieder einen Geschmack, den man seit seiner Kindheit kennt.
Heute also kein Fisch, keine Cevapcici, keine Pasta und kein mediterranes Gemüse.
Heute gibt es einen großen Teller heißen Kaiserschmarrn, Rosinen, selbst gemachtes Apfelmus und für mich ein Glas eiskalte Frischmilch dazu.
Und während wir hier am Meer sitzen, schmeckt dieses einfache österreichische Gericht plötzlich fast noch besser als daheim.
Vielleicht liegt es an der Sonne.
Vielleicht am Urlaub.
Oder einfach daran, dass Kaiserschmarrn glücklich macht.
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