Der Songcontest ist vorbei, die Glitzerjacken sind wieder im Kasten, die Nebelmaschinen dürfen durchschnaufen – aber einer ist mir wieder ganz besonders in Erinnerung geblieben: Alf Poier.

ESC 2003, Platz 6, Österreich hat gestaunt, Europa hat geschaut – und Alf Poier hat gemacht, was Alf Poier eben macht: Er war anders. Und genau deshalb bleibt er hängen.

Schade ist nur, dass er heute nicht mehr so oft auf der Kabarettbühne steht. Er sagte mir einmal sinngemäß:
Wenn er die Wahrheit erzählt, wird er wahrscheinlich noch von der Bühne weg angezeigt oder verhaftet.
Ja, so ist das manchmal mit der Wahrheit. Die ist nicht immer leicht verdaulich. Fast wie ein schlecht gekrendelter Kärntner Nudel, bei dem die Fülle ausbricht. Manchmal wäre es wohl einfacher, man würde lügen wie gedruckt – so elegant, dass es schon wieder nach politischer Pressekonferenz klingt.
Aber beim Essen, da braucht man keine Lügen. Da zählt nur: Schmeckt’s oder schmeckt’s nicht?
Und genau deshalb passt Alf Poier perfekt in meinen Promitopf.
Promis & ihre Leibspeisen: Alf Poier
Manchmal schreibt das Leben die besten Geschichten genau dann, wenn man nicht damit rechnet.
Neulich rief mich tatsächlich Alf Poier an – ja, genau der Alf Poier – und verriet mir seine absolute Leibspeise:
Kärntner Nudeln nach Poier-Art
Seine Mutter, eine echte Steirerin, machte sie ihm früher oft. Und obwohl es Alf heute auch immer wieder nach Chiang Mai in Thailand zieht, schwärmt er noch immer von diesen schlichten, ehrlichen Nudeln.
Keine große Show. Keine Haubenküche. Kein Chichi.
Nur Topfen, Majoran, Salz und Pfeffer.
So einfach kann eine Leibspeise sein. Und genau darin liegt oft die große Kunst.
Originalfoto von Alf Poier
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Originalfoto von Alf Poier
Bildnachweis: Alf Poier / privat – sofern Freigabe vorhanden
ALT-Text:
Alf Poier, österreichischer Kabarettist und ESC-Teilnehmer 2003

Rezept: Kärntner Nudeln nach Poier-Art
Kärntner Nudeln kennt man meist mit Erdäpfel-Topfen-Fülle, Kräutern und ordentlich Liebe beim Krendeln. Die Poier-Art ist reduzierter, fast schon philosophisch schlicht.
Topfen. Majoran. Salz. Pfeffer.
Mehr braucht’s nicht – außer vielleicht eine ruhige Hand beim Krendeln und ein bissl Geduld. Aber das schadet in der Küche nie.
Zutaten für 4 Portionen
Für den Teig
- 300 g glattes Mehl
- 1 Ei
- ca. 100 ml Wasser
- 1 Prise Salz
- 1 kleiner Schuss Öl
Für die Fülle
- 500 g passierter Topfen
- 1 TL getrockneter Majoran
- Salz
- Pfeffer
Zum Servieren
- zerlassene Butter
- frischer Schnittlauch

Zubereitung
1. Teig zubereiten
Mehl, Ei, Wasser, Salz und etwas Öl zu einem geschmeidigen Nudelteig verkneten.
Der Teig soll glatt sein und nicht mehr an den Fingern kleben. Falls er zu trocken ist, gibst du ein paar Tropfen Wasser dazu. Falls er zu weich ist, ein wenig Mehl.
Den Teig in Folie wickeln und ca. 30 Minuten rasten lassen.
2. Fülle vorbereiten
Den passierten Topfen mit Majoran, Salz und Pfeffer verrühren.
Mehr kommt nicht hinein.
Das ist Poier-Art: schlicht, direkt und ohne unnötige Ausschmückung.
Wer möchte, kann für etwas mehr Stand 1 bis 2 EL Grieß unterrühren und die Fülle 5 Minuten ziehen lassen.
3. Kärntner Nudeln formen
Den Teig dünn ausrollen und Kreise ausstechen.
Auf jeden Kreis etwas Fülle setzen, zusammenklappen und die Ränder gut verschließen.
Wer kann, krendelt klassisch.
Wer nicht kann, drückt sauber mit den Fingern oder einer Gabel zu. Hauptsache dicht. In der Küche zählt nicht die Schönheit allein – sonst wären viele meiner ersten Knödel schon im Museum gelandet, aber nicht im Suppentopf.
4. Nudeln kochen
Die Kärntner Nudeln in siedendem Salzwasser ca. 8 Minuten ziehen lassen.
Nicht wild kochen lassen, sonst werden sie nervös. Kärntner Nudeln mögen es gemütlich.
5. Servieren
Die fertigen Nudeln mit zerlassener Butter übergießen und mit frischem Schnittlauch bestreuen.
Wer es besonders fein mag, lässt die Butter leicht nussig werden. Aber Vorsicht: Zwischen nussig und verbrannt liegt oft nur ein Telefonanruf.
Ein Blick in die Schüssel
Und hier die Fülle:
Topfen, Majoran, Salz und Pfeffer – mehr braucht’s nicht.
Das ist eine jener Füllen, bei denen man zuerst denkt:
„Na, kommt da wirklich nichts mehr hinein?“
Und dann kostet man – und merkt:
Manchmal ist weniger wirklich mehr.
Peters Küchentipp
Wenn du die Fülle etwas fester haben möchtest, rühre 1 bis 2 EL Grieß ein und lass sie kurz ziehen. Dadurch lässt sie sich leichter portionieren und die Nudeln bleiben beim Kochen stabiler.
Und bitte: Das Wasser soll nur sieden, nicht sprudeln wie ein Whirlpool im Thermenhotel.
Warum dieses Rezept so gut zum Alf passt
Alf Poier war nie einer, der sich verbiegen ließ.
Und genau so sind diese Kärntner Nudeln auch.
Einfach. Eigenwillig. Direkt.
Nicht überladen, nicht angepasst, nicht glattgebügelt.
Eine Leibspeise mit Charakter.
Und ganz ehrlich: Wenn ein Rezept mit so wenigen Zutaten funktioniert, dann hat es Seele. Da braucht man keine kulinarische Nebelmaschine.
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Und jetzt Hand aufs Herz:
Hast du Kärntner Nudeln lieber klassisch mit Erdäpfel-Topfen-Fülle oder würdest du die schlichte Poier-Art auch einmal probieren?
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