Gestern waren wir im Schweizerhaus und natürlich musste es eine Grillstelze sein. So eine richtige, knusprige, saftige, ehrliche Stelze, bei der man zuerst glaubt: „Die schaffe ich locker.“
Und irgendwann schaut dich die halbe Stelze vom Teller an und sagt: „Na, Bua, des war wohl nix.“

Also wurde eingepackt. Denn weggeworfen wird bei mir nichts, schon gar keine gute Schweinsstelze. Zuhause stellte sich dann die klassische Küchenfrage: Was mach ich aus einer halben Grillstelze?
Die Antwort war schnell klar:
Erdäpfelknödel gefüllt wie Grammelknödel – nur statt Grammeln kommt klein geschnittene Schweinsstelze hinein.
Das ist für mich ein echter Kantinenklassiker für Montag. Resteverwertung, aber nicht lieblos. Genau so haben wir früher in der Küche gedacht: Aus dem, was da ist, wird etwas Gutes gemacht. Und wenn man es richtig macht, schmeckt es am nächsten Tag fast noch besser.
Dazu gibt es bei mir Paradeiskraut. In meinem Fall kommt es ganz praktisch aus dem Tiefkühlschlaf. Ich habe immer wieder etwas auf Vorrat eingefroren, weil Paradeiskraut einfach ein herrlicher Begleiter zu Knödeln, Braten und allem ist, was ein bisserl deftiger daherkommt.

Das Rezept für mein Paradeiskraut findest du hier:
Paradeiskraut – österreichischer Klassiker
Warum Stelzenknödel eine geniale Resteküche sind
Eine Grillstelze hat alles, was eine gute Knödelfülle braucht: kräftiges Fleisch, Röstaromen, Würze und oft auch ein bisserl Fett für den Geschmack. Wenn man das klein schneidet und mit Zwiebel und Knoblauch anröstet, entsteht eine Fülle, die an Grammelknödel erinnert, aber noch fleischiger und herzhafter schmeckt.
Wichtig ist nur:
Die Stelze wirklich klein schneiden. Zu große Stücke machen das Füllen schwer und beim Essen wird es dann eher ein Kampf als ein Genuss.
Rezept: Stelzenknödel mit Paradeiskraut
Zutaten für 2–3 Personen
Für die Fülle
- ca. 250–300 g übrig gebliebene Schweinsstelze oder Grillstelze
- 1 kleine Zwiebel
- 1 Knoblauchzehe
- 1 EL Schweineschmalz oder Öl
- etwas Majoran
- Pfeffer aus der Mühle
- eventuell etwas Salz
- etwas Petersilie, fein geschnitten
- nach Bedarf 1 TL Senf oder 1–2 EL Bratensaft
Für den Erdäpfelteig
- 600 g mehlige Erdäpfel
- ca. 150 g griffiges Mehl
- 1 Ei
- 1 EL Grieß oder Erdäpfelstärke
- Salz
- etwas Muskatnuss
Als Beilage
- Paradeiskraut
- etwas Bratensaft oder braune Butter nach Geschmack
- Schnittlauch oder Petersilie zum Bestreuen
Zubereitung
1. Die Stelzenfülle vorbereiten
Die übrig gebliebene Grillstelze zuerst von groben Knochenresten befreien. Die Schwarte nur verwenden, wenn sie schön weich ist. Ist sie zu hart, lieber weglassen oder ganz fein schneiden.
Das Fleisch klein würfeln oder grob hacken.
Zwiebel fein schneiden und in etwas Schweineschmalz oder Öl goldgelb anrösten. Knoblauch fein hacken und kurz mitrösten. Dann die klein geschnittene Stelze dazugeben und alles gut durchrösten.
Mit Majoran, Pfeffer und bei Bedarf wenig Salz abschmecken. Vorsicht: Eine Grillstelze ist meistens schon gut gewürzt.
Wenn die Fülle zu trocken wirkt, etwas Bratensaft oder einen kleinen Löffel Senf dazugeben. Danach auskühlen lassen.
Aus der kalten Fülle kleine Kugeln formen. Das macht das Füllen der Knödel viel einfacher.
2. Den Erdäpfelteig machen
Die Erdäpfel in der Schale weich kochen, schälen und noch warm durch die Erdäpfelpresse drücken.
Kurz ausdampfen lassen. Dann mit Mehl, Ei, Grieß oder Stärke, Salz und etwas Muskat rasch zu einem Teig verarbeiten.
Den Teig nicht zu lange kneten. Erdäpfelteig ist kein Fitnesstraining. Wenn man ihn zu sehr bearbeitet, wird er pickig und zäh.
3. Die Knödel füllen
Den Erdäpfelteig in gleich große Stücke teilen. Jedes Stück flach drücken, eine Kugel Stelzenfülle in die Mitte setzen und den Teig gut darüber verschließen.
Mit bemehlten Händen schöne runde Knödel formen.
4. Die Knödel ziehen lassen
In einem großen Topf Salzwasser erhitzen. Die Knödel einlegen und nur leicht siedend ziehen lassen.
Nicht wild kochen lassen, sonst zerlegt es die Knödel und du hast am Ende Stelzensuppe mit Erdäpfelwolken.
Die Knödel brauchen je nach Größe etwa 12–15 Minuten. Wenn sie oben schwimmen, noch kurz ziehen lassen.
5. Paradeiskraut erwärmen
Das Paradeiskraut langsam erwärmen. Wenn es aus dem Tiefkühler kommt, am besten schonend auftauen und dann in einem Topf heiß machen.
Bei Bedarf mit etwas Kümmel, Pfeffer oder einem kleinen Schuss Essig auffrischen.
Anrichten
Das Paradeiskraut auf den Teller geben, die Stelzenknödel daraufsetzen und nach Wunsch mit etwas Bratensaft oder brauner Butter überziehen.
Ein bisserl Schnittlauch oder Petersilie darüber – und fertig ist ein Montagsessen, bei dem keiner merkt, dass es eigentlich Resteküche ist.
Peter Opas Küchentipp
Wenn du die Fülle besonders gut formen möchtest, stell sie für 20–30 Minuten kalt. Dann lassen sich schöne kleine Kugeln machen und die Knödel werden gleichmäßiger.
Und noch etwas:
Diese Knödel lassen sich auch wunderbar einfrieren. Am besten roh einfrieren oder fertig gekocht gut auskühlen lassen und später sanft erwärmen.
etwas Bratensaft dazu zum Tunken
Fazit
Aus einer halben Grillstelze wird bei mir kein trauriger Kühlschrankrest, sondern ein richtiger Kantinenklassiker:
Stelzenknödel mit Paradeiskraut.
Deftig, ehrlich, sättigend und genau das richtige Montagsgericht. So schmeckt Resteküche, wenn sie mit Hirn, Herz und ein bisserl Knödelgefühl gemacht wird.
Werbung in eigener Sache
Hat dir dieses Rezept geschmeckt? Dann bleib mir in der Küche treu 👨🍳💚
📖 Hier meinen Blog abonnieren
📚 Kärntner Kochbuch 2.0 entdecken
Noch mehr edle Schmankerln, Tipps aus der Profiküche & regionale Klassiker – laufend frisch serviert.
Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen.
Frage für Facebook
Was machst du aus übrig gebliebener Schweinsstelze – Knödel, Gröstl oder wird bei dir gleich kalt weitergenascht? 😄
👨🍳 Bleib mir in der Küche treu 💚
Ehrliche Kärntner Rezepte & Küchentipps aus einem langen Kochleben.
Trag dich ein und erhalte neue Rezepte direkt per E-Mail.
👉 Klick auf die Grafik und trag dich ein – neue Rezepte kommen direkt per E-Mail.
Entdecke mehr von Kochkaernten Blog neu
Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.
