Manchmal frage ich meine Freunde: Wer von euch hat eigentlich schon einmal Kaninchen gegessen?

Viele schauen mich dann an, als hätte ich gerade etwas ganz Exotisches vorgeschlagen. Dabei ist Kaninchen in vielen Ländern ganz normal auf der Speisekarte – in Kroatien, Spanien, Italien oder Portugal zum Beispiel.
Früher, in der guten alten Zeit, war das auch bei uns nichts Besonderes. Viele Familien haben Kaninchen genauso gehalten wie Hühner. Ein kleiner Stall im Garten – und wenn Sonntag war, kam eben eines davon in den Bräter.
Ich erinnere mich noch gut an ein Sonntagsessen bei meinen Schwiegereltern. Es gab angeblich Backhendl mit verschiedenen Salaten und Gemüsereis.
Beim Essen wunderte ich mich allerdings:
Die Fleischstücke waren irgendwie anders geschnitten als beim klassischen Backhendl – und ein bisschen fester im Biss waren sie auch. Aber gut war es! Also habe ich ordentlich zugelangt und mir noch ein paar Stücke geholt.
Die Wahrheit kam erst nach dem Essen.
Meine Schwiegermutter sagte ganz nebenbei:
„Das war übrigens ein Kaninchen.“
Einige Gäste waren empört und schimpften:
„Wie kann man so ein liebes Kaninchen essen!“
Ich musste schmunzeln und habe mich bedankt – weil ich wieder etwas Neues kennengelernt hatte.
Kurz darauf wurden wir wieder eingeladen. Diesmal gab es Hasenfleisch geschmort im eigenen Saft mit einer herrlichen Sauce. Und ganz ehrlich: Das war ein Sonntagsgericht, das ich nie vergessen habe.
Übrigens:
Habt ihr euch schon einmal gefragt, warum beim Hasen am Markt immer eine Pfote mit Fell dran ist?
Ganz einfach:
Damit der Käufer sofort erkennt, dass es wirklich ein Hase ist – und nicht etwa eine Katze.
So, und jetzt zeige ich euch ein klassisches Rezept dafür.

Rezept: Geschmortes Kaninchen in Rahmsauce
Zutaten (für ca. 4 Personen)
- 1 Kaninchen (ca. 1,2 kg), in Stücke geteilt
- 2 Liter Wasser
- 80 g Salz
Für die Sauce:
- 2 Flocken Butterschmalz
- 2 Schalotten, fein geschnitten
- 100 g Bauchspeck, gewürfelt
- 2 EL Mehl
- 100 ml Weißwein
- 1 EL mittelscharfer Senf
- Pfeffer
- 600 ml Wasser oder Suppe
- 1 EL Majoran
- 200 g Sauerrahm
Zubereitung
- Kaninchen vorbereiten
Wasser und Salz verrühren. Die Kaninchenteile darin etwa 30 Minuten ziehen lassen. Danach herausnehmen und gut trocken tupfen. - Anbraten
In einem Bräter das Butterschmalz erhitzen.
Bauchspeckwürfel und Schalotten anrösten, bis sie leicht Farbe bekommen. - Kaninchen dazugeben
Die Kaninchenteile mit Mehl bestäuben rundum anbraten. - Ablöschen
Mit Weißwein ablöschen und etwas einkochen lassen.
Senf einrühren, mit Pfeffer würzen und 600 ml Wasser oder Suppe zugießen. - Schmoren
Majoran dazugeben, Deckel drauf und im Backrohr bei 160 °C etwa 90 Minuten schmoren. - Sauce vollenden
Zum Schluss den Sauerrahm und die Sauce noch einmal abschmecken.
Beilagen-Tipp vom Koch
Dazu passen hervorragend:
- Semmelknödel
- Bandnudeln
- oder Petersilerdäpfel
Und natürlich ein grüner Salat mit Kernöl – ganz österreichisch.
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Und jetzt bin ich neugierig:
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Image by timolina on Freepik & Tom Hart aus Ashland, Ohio, USA
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Ich habe früher schon öfter Kaninchen gegessen.
Aber bei meine Frau kommt kein niedlicher Hase auf den Tisch