Grenadiermarsch

Grenadiermarsch mit Braunschweiger – spontane Valalta-Küche nach dem Frühschoppen

Frühschoppen auf Valalta – und danach die große Frage: Was kochen wir heute? „GRENADIERMARSCH“

Heute war großer Frühschoppen auf Valalta – und eines kann ich gleich sagen: Es war sehr, sehr lustig. So lustig, dass man fast vergessen hätte, dass irgendwann später auch noch etwas gegessen werden sollte.

Viele Valalta-Bekanntschaften und Freunde saßen zusammen am Tisch, am Ende waren wir sicher um die 20 Personen. Es gab helles Bier, halb-halb und dunkles Bier aus der Valalta-Brauerei – und das zu einem wirklich günstigen Preis. Dazu spielte eine istrianische Band, die sagen wir einmal: musikalisch mutig war. Gewöhnungsbedürftig trifft es ganz gut. Aber nach dem zweiten Bier klingt ja bekanntlich vieles schon harmonischer.

Irgendwann kam dann die entscheidende Frage auf:
„Was kocht heute eigentlich jeder?“

Grillteller vom Plasch

Und siehe da: Es kam keine richtige Antwort. Also schlugen wir vor: Wenn das Wetter noch schön ist, fahren wir doch nach Punta Križ und essen beim Plasch etwas Köstliches. Ein gutes Glas Wein dazu, Blick aufs Meer, fertig ist der perfekte Urlaubstag.

Aber so richtig wollte keiner. Also blieb die Frage bei mir hängen:

Was koche ich heute?

Die nächsten Tage ist Schlechtwetter angesagt und Essen im Freien geht leider nicht. Egal vielleicht im Herbst, wenn es schön ist.

Kochen, was da ist – die beste Campingküche

Ein Blick in den Vorrat zeigte: Viel ist eigentlich nicht mehr da. Aber genau da beginnt für mich die schönste Küche. Nicht mit Einkaufszettel, nicht mit Plan A bis Z, sondern mit dem, was da ist und was weg muss.

Meine Eltern wollten heute nicht essen gehen. Sie sind da perfekt organisiert: Schon zuhause wurde Essen eingefroren, für jeden Tag geplant und vorbereitet. Speiseplan wie im Hotelbüro – sauber, ordentlich, fast schon militärisch.

Ich bin da eher der spontane Typ.

Ich koche, was da ist.
Ich koche, was weg muss. Egal wer und wieviele kommen.
Und wenn noch Zwiebel, Knoblauch, Erdäpfel, Nudeln und Braunschweiger im Haus sind, dann ist die Sache klar:

Es gibt Grenadiermarsch mit Braunschweiger.

Und weil so ein Essen in guter Gesellschaft einfach besser schmeckt, habe ich natürlich meine Schwester und meinen Schwager gleich zum Abendessen eingeladen.

Grenadiermarsch – einfach, deftig und immer gut

Grenadiermarsch ist für mich ein Klassiker der ehrlichen Küche. Die Leibspeise unseres ehem. Landeshauptmannes „Peter Kaiser“. Erdäpfel, Nudeln, Zwiebel, Knoblauch und etwas Wurst – mehr braucht es oft nicht, damit alle zufrieden am Tisch sitzen.

Heute kommt Braunschweiger hinein. Die wird schön aufgeschnitten, angeröstet und gibt dem Gericht genau diesen herzhaften Geschmack, den man nach einem Frühschoppen braucht. Das ist keine Haubenküche, aber es ist eine Küche mit Seele. Und ganz ehrlich: Nach einem Valalta-Frühschoppen braucht niemand Schäumchen, Türmchen und Pinzettenpetersilie.

Da braucht es eine Pfanne voll Glück.

Krautsalat
Krautsalat wie ich ihn mag

Krautsalat statt grünem Salat

Eigentlich wollte meine Schwester Salat vom Valalta-Stand mitbringen. Leider war der Stand geschlossen. Also musste wieder der Vorrat retten, was zu retten war.

Zum Glück hatte ich noch einen kleinen Krautkopf. Daraus wurde ein einfacher, delikater Krautsalat. Frisch gehobelt, gut mariniert und perfekt zum deftigen Grenadiermarsch.

Bier und Wein waren gekühlt.
Slivowitz für danach war auch da.
Mehr braucht es nicht.

So darf ein Valalta-Abend nach einem Frühschoppen ausklingen.


Grenadiermarsch

Rezept: Grenadiermarsch mit Braunschweiger

Zutaten für 4 Personen

  • 500 g Erdäpfel
  • 300 g Nudeln, zum Beispiel Fleckerl, Spiralen oder Hörnchen
  • 300 g Braunschweiger
  • 2 Zwiebeln
  • 3 Knoblauchzehen
  • 2–3 EL Öl oder Schmalz
  • Salz
  • Pfeffer
  • Majoran
  • etwas Kümmel nach Geschmack
  • frische Petersilie, wenn vorhanden

Für den Krautsalat

  • 1 kleiner Krautkopf
  • Salz
  • Pfeffer
  • Kümmel
  • Zucker nach Geschmack
  • Essig
  • Öl
  • etwas fein geschnittener Zwiebel, wenn gewünscht

Zubereitung

1. Erdäpfel kochen

Die Erdäpfel in der Schale weich kochen, anschließend schälen und in Scheiben oder Würfel schneiden. Wenn sie vom Vortag sind, ist es sogar noch besser – dann lassen sie sich besonders schön anrösten.

2. Nudeln kochen

Die Nudeln in Salzwasser bissfest kochen, abseihen und kurz ausdampfen lassen.

3. Braunschweiger schneiden

Die Braunschweiger in Scheiben oder Würfel schneiden. Nicht zu klein, denn man soll später schon merken, dass da etwas Gutes in der Pfanne ist.

4. Zwiebel und Knoblauch vorbereiten

Zwiebeln schälen und fein schneiden. Knoblauch ebenfalls schälen und fein hacken oder in dünne Scheiben schneiden.

5. Alles schön anrösten

In einer großen Pfanne Öl oder Schmalz erhitzen. Zuerst die Zwiebeln goldgelb anrösten, dann die Braunschweiger dazugeben und mitrösten.

Danach kommen die Erdäpfel dazu. Alles gut durchschwenken und ein paar Minuten braten lassen. Jetzt die Nudeln untermischen und kräftig würzen mit Salz, Pfeffer, Majoran und nach Geschmack etwas Kümmel.

Zum Schluss den Knoblauch dazugeben. Nicht zu früh, sonst wird er bitter. Er soll nur kurz mitziehen und seinen Duft abgeben.

Wenn alles schön heiß, leicht knusprig und gut vermischt ist, ist der Grenadiermarsch fertig.


Einfacher Krautsalat

Das Kraut fein schneiden oder hobeln. Mit Salz gut durchkneten und einige Minuten ziehen lassen. Danach mit Pfeffer, Kümmel, etwas Zucker, Essig und Öl marinieren.

Wer mag, gibt noch fein geschnittenen Zwiebel dazu.

Der Krautsalat soll frisch, leicht säuerlich und knackig sein. Genau das richtige Gegengewicht zur deftigen Pfanne.


Mein Tipp aus der Campingküche

Grenadiermarsch ist ein perfektes Gericht für den Urlaub, für den Wohnwagen, für die Resteküche und für Tage, an denen man keinen großen Plan hat.

Man kann ihn mit Braunschweiger machen, aber auch mit Extrawurst, Schinken, Speck, Geselchtem oder Bratenresten. Wichtig ist nur: Zwiebel gut anrösten, Erdäpfel nicht zu weich werden lassen und beim Würzen nicht schüchtern sein.

Ein Grenadiermarsch darf ruhig nach etwas schmecken.


Was passt dazu?

  • Krautsalat
  • grüner Salat
  • Essiggurkerl
  • ein kühles Bier
  • ein Glas einfacher, ehrlicher Wein
  • und für danach ein kleiner Slivowitz

Natürlich nur, wenn man danach nicht mehr fahren muss. Der Grenadier marschiert zwar, aber das Auto bleibt stehen.


Fazit

So ist Valalta für mich: Freunde, Frühschoppen, Meerluft, Musik, die man vielleicht nicht ganz versteht, aber trotzdem irgendwie gern hat – und am Abend eine Pfanne Grenadiermarsch mit Braunschweiger.

Nicht kompliziert.
Nicht teuer.
Nicht geplant.

Aber genau deshalb gut.

Denn manchmal entstehen die besten Essen nicht durch große Vorbereitung, sondern durch einen Blick in den Vorrat und den Satz:

„Na gut, dann kochen wir halt was Gscheites.“


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