Manchmal beginnt eine kulinarische Reise schon lange vor der eigentlichen Abfahrt – nämlich zuhause in der Küche. Genau so ist es derzeit bei mir. Im Frühjahr geht es mit meiner Frau für zwei Wochen nach Siebenbürgen, und die Vorfreude ist bereits groß. Städte wie Sibiu, Brașov und Sighișoara stehen auf unserer Liste – und natürlich interessiert mich dort nicht nur Kultur, sondern vor allem auch das Essen. 🍽️
Wer mich kennt, weiß: Ich schaue im Ausland immer zuerst auf die Speisekarte und dann auf die Sehenswürdigkeiten. In Rumänien reizt mich besonders diese Mischung aus österreichischer, ungarischer, slawischer und bäuerlicher Küche. Viel Sauerkraut, viel Schmorgerichte, kräftige Aromen – also genau jene Küche, die im besten Sinn ehrlich ist.
Ein Gericht, das dort wunderbar hineinpasst, ist Ente mit Sauerkraut. Während bei uns oft Rotkraut serviert wird, kommt in Siebenbürgen gerne Sauerkraut dazu. Und ich muss ehrlich sagen: Das passt hervorragend, weil das Kraut mit seiner Säure das kräftige Entenfett wunderbar ausgleicht. Dazu noch lockere Erdäpfelknödel – und schon steht ein Festessen am Tisch. 😋
Gerade bei solchen Gerichten zeigt sich wieder: Gute Küche braucht keine Hektik. Die Ente arbeitet fast von selbst im Rohr, das Kraut zieht langsam Geschmack, und die Knödel verlangen nur ein wenig Gefühl.

Rezept: Ente mit Sauerkraut und Erdäpfelknödel
Zutaten für 4 Personen
Für die Ente:
- 4 Entenkeulen
- Salz, Pfeffer
- 2 EL Entenschmalz oder Öl
- 1 TL Thymian
- 1 TL Majoran
- 1 Zwiebel
- 600 g Sauerkraut
- 1 EL Tomatenmark
- 200 ml Hühnersuppe
- 1 Lorbeerblatt
- 1 Knoblauchzehe fein gehackt
Für die Erdäpfelknödel:
- 500 g mehlige Erdäpfel
- 100 g Erdäpfelstärke
- 30 g Grieß
- 1 Ei
- Salz
- Muskatnuss
Zubereitung 👨🍳
Die Entenkeulen salzen, pfeffern und mit etwas Entenschmalz einreiben. Im Bräter zuerst die Kräuter verteilen, dann die Keulen daraufsetzen und bei 180 Grad Ober-/Unterhitze etwa 1,5 Stunden langsam braten.
Zwischendurch bildet sich herrliches Entenfett – genau das braucht später das Sauerkraut.
Die fein geschnittene Zwiebel mit etwas Fett glasig anschwitzen, Knoblauch dazugeben, dann Sauerkraut, Tomatenmark, Lorbeerblatt und Hühnersuppe einrühren. Alles etwa 15 Minuten leicht köcheln lassen.
Danach die Entenkeulen kurz herausnehmen, das Sauerkraut in den Bräter geben, mit etwas Entenfett vermischen und die Keulen wieder daraufsetzen. Noch einmal 15 Minuten ins Rohr geben, damit oben alles leicht karamellisiert.
Erdäpfelknödel
Die Erdäpfel in der Schale kochen, noch heiß schälen und durch die Presse drücken.
Mit Stärke, Grieß, Ei, Salz und einer Prise Muskat zu einem glatten Teig verarbeiten.
Knödel formen und in leicht siedendem Salzwasser etwa 15 Minuten ziehen lassen.
Wichtig: Nicht stark kochen – sonst zerfallen sie.
Mein Küchentipp
Bei Entenkeulen lohnt sich Geduld. Lieber etwas länger bei mittlerer Temperatur als zu heiß. Dann bleibt das Fleisch saftig und die Haut wird am Schluss schön knusprig. Das Sauerkraut nimmt dabei das Entenfett auf – und genau dort entsteht dieser besondere Geschmack. 🦆
Warum dieses Gericht perfekt zur Reise passt
Noch bevor wir nach Rumänien aufbrechen, holen wir uns ein Stück Reisegefühl schon jetzt nach Kärnten auf den Teller. Genau das liebe ich an der Serie Weltreise am Teller: Man reist mit Messer, Gabel und Fantasie schon vor dem Kofferpacken los. 🌍
Und ich bin neugierig: Vielleicht essen wir dieses Gericht bald irgendwo in einem kleinen Gasthaus zwischen alten Kirchenburgen und sanften Hügeln wieder – diesmal original siebenbürgisch.
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Frage an meine Leser:
Würdest du zur Ente lieber Sauerkraut oder Rotkraut servieren? 😊
👨🍳 Bleib mir in der Küche treu 💚
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