Das waren noch Zeiten.
Vor Jahrzehnten, als ich sonntags bei meinen Schwiegereltern zum Essen eingeladen war. Viel hatten sie nicht – aber das, was da war, wurde geteilt. Immer. Ohne großes Nachdenken.

Die kleine Mietwohnung in Klagenfurt, zweiter Stock, wenig Platz. Der Tisch voll besetzt, oft enger als gemütlich.
Und meine Schwiegermutter? Die aß fast nie mit. Erst am Schluss. Ihre Eigenart. Heute weiß ich: Sie wollte sicher sein, dass für alle genug da ist.
Und dann – wie bestellt – gegen Mittag: zufälliger Besuch.
Kein Problem. Es wurde einfach zwei Gedecke mehr aufgestellt. Diese Haltung habe ich übernommen. Ich koche lieber für fünf Personen zu viel. Vielleicht kommt ja noch wer vorbei. Und wenn nicht? Dann wird eingefroren. Für uns zwei. Punkt.
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Ein Gericht aus dieser Zeit ist mir besonders hängen geblieben: Putenflügel.
Die kannte ich davor gar nicht – und heute sind sie aus unserer Familie nicht mehr wegzudenken. Ein echtes Erinnerungsessen. Alle sitzen im Kopf wieder um diesen kleinen Tisch, auch wenn viele von damals leider nicht mehr da sind.

Ich habe Putenflügel schon im Garten in der Peka gemacht, unter der Eisenglocke, wie in Kroatien. Großartig.
Zuhause aber mag ich sie klassisch aus dem Backrohr: langsam geschmort, zum Schluss knusprig überbacken.
Dazu gibt’s keine Diskussion:
Rotkraut – selbstgemacht oder tiefgekühlt (ja, das darf sein).
Und Petersilerdäpfel.
Die Schwiegermutter hat dafür meist einen Viertelkilo-Butterwürfel genommen. Wenig Wasser, langsam gedünstet, am Ende frisch gehackte Petersilie.
Ich geb mir Mühe, diesen Qualitätsansprüchen gerecht zu werden.
Und ich glaub: Ich bin schon nahe dran.

Putenflügel im Backrohr – Sonntagsklassiker
Zutaten (für 4–6 Personen)
- 4 große Putenflügel
- Salz, Pfeffer
- etwas Wenger Estragon Senf
- 2 Zwiebeln, grob geschnitten
- 2 Knoblauchzehen
- 1 TL Kümmel (optional, aber traditionell)
- 1 TL Paprikapulver edelsüß
- 250 ml Suppe oder Wasser
- 2 EL Öl oder Butter
Beilagen:
- Rotkraut nach Geschmack
- 1 kg Erdäpfel
- 80–100 g Butter
- Frische Petersilie
- Salz
Zubereitung
Putenflügel
- Backrohr auf 160 °C Ober-/Unterhitze vorheizen.
- Putenflügel salzen, pfeffern, mit Paprika, Senf und Kümmel einreiben.
- Öl in einer großen Bratform erhitzen, Flügel rundum kurz anbraten.
- Zwiebeln und Knoblauch zugeben, mit Suppe untergießen.
- Zugedeckt ca. 2 Stunden langsam schmoren, zwischendurch wenden.
- Deckel entfernen, Temperatur auf 200 °C erhöhen und die Flügel knusprig bräunen.
Petersilerdäpfel
- Erdäpfel schälen, grob würfeln.
- Mit wenig Wasser und Salz langsam weich dünsten.
- Butter zugeben, schwenken – nicht rühren.
- Zum Schluss frisch gehackte Petersilie unterheben.
Rotkraut
- Selbstgemacht oder tiefgekühlt – Hauptsache gut abgeschmeckt.
Sonntagsfazit
Das ist kein modernes Gericht.
Das ist Erinnerung auf dem Teller.
Ein Essen, das satt macht – nicht nur den Magen, sondern auch das Herz.
👉 Wer kennt Putenflügel noch von früher – und wer hatte auch so einen Sonntagstisch, an dem immer Platz für einen mehr war?
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