
Kalbsbeuschel mit Semmelknödel ist eines jener alten Kärntner Rezepte, die einem Koch alles abverlangen.
Servus!
Heute wird’s ernst – Kalbsbeuschel ist kein Gericht für nebenbei. Für mich ist es eines jener Rezepte, die einem Koch alles abverlangen: Zeit, Geduld, sauberes Putzen, exakte Schneidarbeit und vor allem ein feines Gespür beim Abschmecken.
Ich habe in meiner Laufbahn Dinge gesehen …
Beuschel, gekocht und samt Knorpeln durch die grobe Faschierscheibe gejagt.
Auf meine Nachfrage kam nur: „Das haben wir schon immer so gemacht.“
Ja eh. Bis zu diesem Tag. Danach – jahrzehntelang – nicht mehr unter mir.
Wo das war? Sag ich nicht. Muss auch nicht sein.
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Kalbsbeuschel ist ein ehrliches Gericht. Es verzeiht keine Schlamperei, belohnt aber sauberes Arbeiten mit einem Geschmack, den man nicht vergisst.
Zwei Sterne, zwei Legenden – Kalbsbeuschel zwischen Tradition und Hochküche
In Wien zeigen zwei Häuser eindrucksvoll, was klassische Küche heute kann: Amador und das Steirereck im Stadtpark.
Gerade im Steirereck wird das Kalbsbeuschel gepflegt wie ein kulinarisches Kulturgut – respektvoll, präzise, ohne Firlefanz.
Früher einfache Hausmannskost, heute wieder geschätzt wie eh und je. Und genau so gehört es auch gekocht.
Kalbsbeuschel mit Semmelknödel
Ein Klassiker der alten Schule – sauber, kräftig, ehrlich
Zutaten (für ca. 10 Personen)
Beuschel
- 1 Kalbslunge
- 1 Kalbsherz
- 1 kg Wurzelwerk (Karotten, Sellerie, Petersilienwurzel)
- 10 schwarze Pfefferkörner
- 10 Pimentkörner
- 10 Wacholderbeeren
- 3 Lorbeerblätter
- 2 ungeschälte Zwiebeln
- 4 Knoblauchzehen
- 5 Stängel frische Petersilie
- Salz
Soße
- 200 g Butter
- 200 g fein geschnittene Zwiebeln
- 4 EL Weizenmehl
- 250 ml trockener Weißwein
- ½ TL Zitronenschale (unbehandelt, fein abgerieben)
- 2 EL Dijon-Senf
- 200 g Essiggurken, klein gewürfelt
- 100 g Kapern
- 100 g Sardellenfilets, fein gehackt
- 2 EL Worcestersoße
- 3 EL Crème fraîche
- 3 EL gehackte Petersilie
- Salz, Pfeffer
👉 Wichtig: Die Lunge im Topf mit einem zweiten Topf beschweren, damit sie komplett unter Wasser bleibt.
Zubereitung
1. Vorbereitung
Lunge und Herz 10 Minuten in kaltem Wasser wässern.
Die Lunge mehrfach mit einer Gabel einstechen – das ist kein Spaß, das ist Pflicht.
2. Kochen
Wurzelwerk, Herz, Lunge, Gewürze, Zwiebeln, Knoblauch und Petersilie in einen großen Topf geben.
Mit kaltem Wasser bedecken, leicht salzen, aufkochen und ca. 1½ Stunden sanft köcheln lassen.
3. Schneiden
Lunge und Herz herausnehmen, gut abkühlen lassen.
Dann penibel sauber putzen und in feine Streifen schneiden.
👉 Nicht hacken, nicht faschieren – schneiden!
4. Soße
Butter zerlassen, Zwiebeln glasig anschwitzen.
Mehl einrühren und hellbraun rösten.
Mit Weißwein ablöschen, abgeseihten Kochsud nach und nach einrühren und 15 Minuten köcheln lassen.
5. Finale
Beuschelstreifen, Zitronenschale, Senf, Gurken, Kapern, Sardellen und Worcestersoße einarbeiten.
Crème fraîche und Petersilie unterheben, mit Salz und Pfeffer präzise abschmecken.
Nochmals 15 Minuten ziehen lassen – nicht kochen!
Anrichten
Ganz klassisch mit fluffigen Semmel- oder Serviettenknödeln servieren.
So schmeckt Kalbsbeuschel, wie es schmecken soll: rund, säuerlich, würzig – mit Tiefe.
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Und jetzt sag ehrlich:
Bist du Team Beuschel mit Respekt – oder hast du’s schon einmal „anders“ erlebt?
😏Bilder Peter Stelzl & KI
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