Das ist ein Essen für kalte Tage.
Wenn draußen der Nebel hängt, der Ofen leise knackt und man Zeit hat.
Im Sommer bei 30 Grad? Undenkbar.
Aber genau deshalb liebe ich diese alten Kärntner Rezepte – sie folgen den Jahreszeiten und nicht den Trends. ❄️🔥
Kaiserfleisch ist heute ein bissl in Vergessenheit geraten. Stattdessen alles mager, trocken und geschniegelt. Früher durfte Essen noch Kraft haben. Gepökeltes, leicht geräuchertes und langsam gegartes Schweinefleisch vom Rücken oder von den Rippen – mild-würzig, herzhaft und ehrlich. Warm mit Sauerkraut oder kalt aufs Brot … mehr braucht es nicht.
Und dazu gehört für mich untrennbar:
👉 Erdäpfel-Mocnik mit Kaiserfleisch
Dieses Gericht stammt direkt aus meiner Kindheit. Mocnik gab es immer dann, wenn wirklich alle satt werden sollten. Keine Experimente, kein Schnickschnack – ein Topf, ein Löffel, zufriedene Gesichter.
Diese Tradition habe ich beibehalten:
Wenn Winter ist, gibt es Mocnik.
Nur das Kaiserfleisch bekommt man heute meist nur noch am Wochenmarkt oder beim Fleischer des Vertrauens – und ja, günstig ist es nicht. Aber genau deshalb ist es etwas Besonderes.
Der Mocnik erinnert ein wenig an den berühmten „einbrennten Hund“, ist aber feiner, cremiger und runder im Geschmack. Erdäpfelsaucen sind bei uns in Kärnten eine kleine Spezialität, die einfach jedem schmeckt. Perfekt zu Selchripperl, gekochtem Rindfleisch oder eben Kaiserfleisch.
Und ganz wichtig: das Kochwasser. In der alten Küche war klar – was Geschmack bringt, wird nicht weggeschüttet. Punkt.
🥔 Rezept: Erdäpfel-Mocnik – Kärntner Klassiker

🛒 Zutaten
- 600 g mehlige Erdäpfel
- 50 g Schweineschmalz
- 1 kleine Zwiebel, fein gehackt
- 2 EL glattes Mehl
- 300 ml Rindsuppe oder Selchsuppe
(alternativ Wasser oder Kochwasser vom Kaiserfleisch) - 100 ml Sauerrahm
- 1 EL Weißweinessig
- 2 TL getrockneter Majoran
- 1 Lorbeerblatt
- Salz nach Geschmack
👨🍳 Zubereitung
- Die Zwiebel im Schweineschmalz bei mittlerer Hitze glasig anlaufen lassen.
- Mehl einrühren und 2 Minuten hell rösten – die Einbrenn soll Farbe meiden, nicht suchen.
- Mit Suppe oder Kochwasser aufgießen und unter ständigem Rühren aufkochen lassen.
- Die Erdäpfel fein stampfen oder durch die Presse drücken und in die Sauce einrühren.
- Majoran, Lorbeerblatt und Essig zugeben und alles gut verkochen lassen, bis der Mocnik cremig und sämig ist.
- Zum Schluss den Sauerrahm unterrühren, Lorbeerblatt entfernen und mit Salz abschmecken.
- Konsistenz nach Geschmack mit Suppe oder Wasser einstellen.
🥓 Servieren
Mit gekochtem Kaiserfleisch, Sauerkraut – und am besten mit Hunger.
Das ist kein Diätessen. Das ist Seelenfutter. 💚
👉 Sag ehrlich:
Hattest du Mocnik früher auch regelmäßig am Tisch – oder hast du ihn erst spät (wieder)entdeckt?
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