Weltreise am Teller Thailand bedeutet für mich kulinarische Extreme:
zwischen Streetfood-Schock, überraschenden Aromen und echter Seelensuppe.
Thailand ist ein Land voller Farben, Düfte und Herzlichkeit – aber auch voller kulinarischer Missverständnisse, die mich bis heute schmunzeln lassen.
Vor vielen Jahren reisten wir mit lieben Freunden zwei Wochen quer durch Thailand: von Bangkok über Chiang Mai und zum krönenden Abschluss eine Woche Badeurlaub in Khao Lak. Landschaftlich ein Traum, menschlich herzlich – kulinarisch… nun ja, sagen wir: nachhaltig prägend.
Mein persönliches Streetfood-Trauma in Thailand 😅

🔹 Warum Thai-Streetfood für Europäer gewöhnungsbedürftig ist
- Hygienegefühl
- fremde Gerüche
- Zucker & Fischsauce
- Essen am Plastikschemel
🔹 Warum Guay Tiew für mich echte Seelensuppe ist
- Hitze
- Suppe als täglicher Begleiter
- warum dieses Gericht alles wieder gutgemacht hat
In Phuket, irgendwo zwischen Hitze, Mopeds und Garküchen, stand ich vor einem Streetfood-Wagerl mit Suppen.
Ich sprach kein Thai.
Die Köchin sprach kein Englisch.
Aber wir hatten Hände, Füße und jede Menge guten Willen.
👨🍳 Bleib mir in der Küche treu 💚
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Sie zeigte auf alles, was sie hatte.
Ich nickte tapfer.
Zum Schluss sagte sie: „Beef?“
Ich: nickte
Es hatte gefühlte 42 Grad im Schatten, das Rindfleisch kannte offensichtlich keine Kühlung – und mein Magen auch keine Gnade.
Ergebnis: Fieber, Durchfall und 13 Kilo Gewichtsverlust in drei Tagen.
Nicht ganz das Detox-Programm, das ich mir vorgestellt hatte.
Gerettet haben mich meine Frau und ein Freund – mit McDonald’s Hamburgern.
Nie hat Fast Food besser geschmeckt. 🍔❤️
Heute wird alles besser – mit frischen Zutaten!
Trotz allem: Eine gute thailändische Nudelsuppe ist etwas Wunderbares. Klar, aromatisch, wärmend – wenn man sie richtig macht.
Und genau deshalb gibt es heute mein ultimatives, sicheres und ehrliches Suppenrezept:
Guay Tiew – klare thailändische Nudelsuppe aus der Garküche

(ohne Risiko, aber mit maximalem Geschmack)
Portionen: 10
Zutaten
Basis & Fleisch
- 4 Liter kaltes Wasser
- 1 kg Suppenfleisch
- 1 kg Markknochen
Nudeln & Einlagen
- 300 g Reisnudeln (20 Minuten kalt einweichen)
- 300 g Sojasprossen (1 Minute blanchiert)
Würze & Aromen
- 5 EL Fischsauce
- 5 EL helle Sojasauce
- 2,5 EL dunkle Sojasauce
- 1 TL schwarzer Pfeffer, ganz
- 1 TL Zucker
- 1 Zimtstange
- 4 Sternanis
Gemüse & Kräuter
- 1 große Zwiebel
- 6 Frühlingszwiebeln
- 3 Karotten
- 6–7 Knoblauchzehen, gehackt
- 6–8 Korianderwurzeln
- 6 cm Galgant, in dünnen Scheiben
- 4 Stängel Koriandergrün, grob gehackt (mit Stielen)
Zum Abschmecken
- Salz und Pfeffer
Zubereitung
- Gemüse, Suppenfleisch, Knochen, Gewürze und Kräuter in kaltem Wasser aufsetzen und langsam zum Kochen bringen.
- 1–2 Stunden sanft simmern lassen, bis das Fleisch butterweich ist.
- Fleisch herausnehmen, auskühlen lassen, Fett und Sehnen entfernen und in mundgerechte Würfel schneiden.
- Suppe durch ein feines Sieb passieren, entfetten und erneut aufkochen.
- Reisnudeln nach Packungsangabe kochen.
- Nudeln und Sojasprossen in große Suppenschalen geben, mit heißer Suppe übergießen.
- Fleisch darauf verteilen, mit Koriander und Frühlingszwiebeln garnieren – fertig!
Fazit 🍲
Manchmal braucht es Abstand – und frische Zutaten – um sich mit einer Küche wieder zu versöhnen.
Diese Suppe ist für mich Thailand ohne Trauma, Streetfood ohne Risiko und pure Wohlfühlküche.
Und keine Sorge:
Diese Guay Tiew nimmt garantiert keine 13 Kilo mit. 😉
Bis nächsten Mittwoch auf unserer nächsten Etappe der „Weltreise am Teller“ –
der Koffer ist gepackt, der Topf steht bereit! 🌍🍴
Bilder peter Stelzl
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