gebundene gemüsesuppe

Der Suppengott – eine gebundene Gemüsesuppe nach Wiener Art

Guido.
Ein lieber Freund.
Ein ehemaliger Arbeitskollege.
Und viel zu früh von uns gegangen.

Der Suppengott ist eine gebundene Gemüsesuppe nach Wiener Art – und für mich weit mehr als nur ein Rezept.

Der Suppengott – persönliche Wiener Gemüsesuppe
Guido M. †

Fachlich war er für mich ein echtes Vorbild. Einer von diesen Köchen, die oft grantig waren, aber ehrlich. Der Oberlippenbart hat ihm dabei nicht selten aufgestanden. Er war ein ehrlicher Freund – einer von denen, die man haben muss, weil sie einfach können. Bei meiner Gesellenprüfung saß er in der Jury; allein das sagt eigentlich schon alles.

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Jahrzehntelang war er der „Potage“ des Klinikums. Klingt jetzt vielleicht ein bissl geschwollen, aber in unserer Fachsprache heißt das schlicht: der Suppenkoch. Und was für einer.

Für mich ist und bleibt er: der Suppengott.

Guido hat aus allem, was andere schon abgeschrieben hatten, Suppen gezaubert, dass dir die Löffel gezittert haben. Übrig gebliebene Zutaten waren für ihn kein Problem, sondern eine Einladung. Keiner konnte ihm da das Handtuch reichen. Keiner.

Diese Gemüsesuppe erinnert mich jedes Mal an ihn.
Und ja – ich steh dazu: Schon beim Drandenken krieg ich heute noch Gaumenaquaplaning.

Darum gibt’s jetzt das Rezept.
Ohne Schnickschnack.
Ohne ChiChi.
Aber mit Seele.


gebundene Gemüsesuppe
Der Suppengott – persönliche Wiener Gemüsesuppe

Das ultimative gebundene Gemüsesuppenrezept

nach Wiener Art – für Guido 🥄

Zutaten (für ca. 4–6 Portionen)

  • 2 EL Butter oder Butterschmalz
  • 1 Zwiebel, fein gehackt
  • 1 Knoblauchzehe (optional, aber empfehlenswert)
  • 2 Karotten
  • 1 Petersilienwurzel
  • 1 kleines Stück Sellerie
  • 1 Lauchstange
  • 1 kleine Erdäpfel (für die Bindung – alter Wiener Trick)
  • 1 Handvoll Tiefkühlerbsen
  • 1 EL glattes Mehl
  • ca. 1–1,2 l gute Gemüsebrühe oder 2-3 Würfeln
  • Salz
  • Weißer Pfeffer
  • Muskatnuss, frisch gerieben
  • Optional: ein kleiner Schuss Obers oder ein Stück kalte Butter zum Abrunden
  • Zum Finish: frische Petersilie

Zubereitung

  1. Basis ist alles
    Butter in einem Topf zerlassen. Zwiebel und Knoblauch bei mittlerer Hitze glasig anschwitzen – keine Farbe, wir sind ja nicht grantig.
  2. Gemüse rein, Geschmack raus
    Das fein gewürfelte Wurzelgemüse und den Lauch dazugeben. Ruhig ein paar Minuten mitschwitzen lassen. Das darf duften, aber nicht bräunen.
  3. Die Wiener Bindung
    Erdäpfel fein würfeln, untermischen. Mehl drüberstäuben und kurz abrösten – wirklich nur kurz, wir wollen keine Mehlsuppe, sondern Eleganz.
  4. Aufgießen & ziehen lassen
    Mit Gemüsebrühe oder Wasser und Würfel aufgießen, gut umrühren, damit nix klumpt. Sanft köcheln lassen, ca. 20–25 Minuten, bis alles weich ist.
  5. Pürieren mit Gefühl (wer es will)
    ganz kurz pürieren – 2-3 Sekunden reicht! Es sollen Gemüsestücke bleiben. Wenn nötig, noch ein bissl Brühe dazu.
  6. Abschmecken wie ein Profi
    Salz, weißer Pfeffer, Muskat. Optional ein Schuss Obers oder ein Stück kalte Butter für den Glanz. Zum Schluss Petersilie drüber.

Servieren

Heiß.
Ohne Firlefanz.
Vielleicht mit einem Stück frischem Brot.
Und mit Respekt.


Diese Suppe ist keine Modesuppe.
Sie will nicht instagrammbar sein.
Sie will wärmen, tragen, trösten.

So wie Guido das immer gemacht hat.

Und irgendwo, da bin ich mir sicher, steht er jetzt am Herd, schaut runter und grinst: „Neee“ war sein Spruch.
„Passt scho. Genau so.“

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