Kohlgemüse nach Greti-Art mit Schweinskotelett

Heute ist Thermentag.
Darum wurde gestern vorgekocht – heute bleibt wenig Zeit für die Küche.
Auf den Tisch kommt ein einfaches Gericht mit großer Geschichte.
Wenig Aufwand, viel Geschmack. So muss das sein.
Heute möchte ich euch von einer ganz besonderen Frau erzählen – meiner Mutter Greti Krainz aus Klagenfurt.
Für mich ist sie die prominenteste Frau überhaupt. Nicht, weil sie in der Zeitung stand oder im Fernsehen war, sondern weil ihre Küche mich geprägt hat – und letztlich auch meinen Weg als Koch.

In unserer Familie gab es immer gutes Essen. Nicht luxuriös, nicht aufwendig, aber ehrlich, sättigend und mit Liebe gekocht. Das Geld war oft knapp, der Geschmack aber nie.
Meine Mutter war Tagesmutter und Hausfrau – da mussten viele Mäuler satt werden. Und da kam das Gemüse aus Omamas Garten gerade recht.
Eines dieser typischen Gerichte aus meiner Kindheit möchte ich heute mit euch teilen:
👉 Kohlgemüse mit Schweinskotelett – einfach, bodenständig und herrlich gschmackig.
Köch, Kohl oder Wirsing – wie man ihn auch nennt
„Köch“ sagt man in Wien zum Kohl oder Wirsing.
Bei uns in Kärnten ist Kohl ein klassisches Herbst- und Wintergemüse, reich an Vitamin C (ganz wichtig für die Kollagenbildung im Körper) und perfekt für die warme Küche.
Zubereitet wurde er bei uns klassisch Wiener Art – mit einer leichten Einbrenn (Mehlschwitze).
Dazu gab es traditionell entweder gebratene Knacker oder ein Schweinskotelett im eigenen Saft.
Ein Essen, das wärmt, sättigt und Kindheitserinnerungen weckt.

Kohlgemüse nach Greti-Art
Rezept für 4 Personen
Zutaten
- 1 Kohlkopf (Wirsing)
- 1 Zwiebel
- 3 Knoblauchzehen
- 400 g Erdäpfel
- 3 EL Schmalz oder Butter
- 2 EL Mehl
- Salz, Pfeffer, Kümmel
- ca. 400 ml Gemüsesuppe
- 1 Schuss Weißwein
(Dazu: Schweinskotelett oder Knacker nach Geschmack)
Zubereitung
- Kohl vorbereiten
Kohl vierteln, Strunk und äußere Blätter entfernen und in grobe Stücke schneiden. - Ansatz machen
In einem großen Topf die fein geschnittene Zwiebel in Schmalz glasig dünsten.
Kohl zugeben und kurz anrösten. - Würzen & ablöschen
Mit Salz, Pfeffer und Kümmel würzen, mit einem Schuss Weißwein ablöschen und kurz einkochen lassen. - Köcheln lassen
Erdäpfel würfelig schneiden, gemeinsam mit dem Knoblauch in den Topf geben.
Mit Gemüsesuppe aufgießen, zudecken und ca. 25 Minuten sanft köcheln lassen.
Zwischendurch umrühren. - Einbrenn zubereiten
In einer Pfanne 2 EL Schmalz erhitzen, Mehl einstreuen und unter ständigem Rühren hellbraun anschwitzen.
Kurz beiseitestellen. - Binden
Die Einbrenn in das Kohlgemüse einrühren und gut durchmischen.
Noch ein paar Minuten ziehen lassen – fertig.
Mein Küchentipp
Kohlgemüse schmeckt am nächsten Tag fast noch besser.
Und wer mag, gibt zum Schluss noch einen kleinen Stich Butter dazu – Oma hätte das sicher auch gemacht 😉
Fazit
Dieses Gericht zeigt, dass gutes Essen keine Show braucht.
Nur ehrliche Zutaten, ein bisschen Zeit – und jemanden, der mit Gefühl kocht.
Danke, Mama ❤️
Fürs Vorzeigen, fürs Vorkochen – und fürs Weitergeben.
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