Mein Freund Wolfgang ist wieder unterwegs.
Dort, wo er hingehört: auf den Kärntner Pisten.
Mit Kärntner Pistenpass, bester Laune und – man höre und staune – schmerzfrei. Kein Ziehen, kein Zwicken, kein Jammern.
K ein Wunder bei diesem Wetter.
Skifahren macht bekanntlich hungrig. Und zwar nicht so ein „ich nehm nur schnell einen Müsliriegel“-Hunger, sondern diesen ehrlichen, alpinen Hüttentisch-Hunger. Zu Mittag muss etwas Kräftiges und Heißes her. Alles andere ist Selbstbetrug. Wolfgang liebt die Branntweiner Hütte am Katschberg, er nennt sie Kaspressknödel Hütte.
Eine klare Suppe mit Nudeln wäre hier völlig fehl am Platz.
Was es braucht, ist eine Kaspressknödelsuppe. Punkt.
Kaspressknödel – Achtung, Abhängigkeit
Für die auf der Alm selbst produzierten Kaspressknödel gelten weder Jugendschutz noch Mengenbeschränkung.
Sie sind nicht rezeptpflichtig, wirken aber schneller als man glaubt. Schon beim ersten Essen in der Almhütte wird der Grundstein für eine lebenslange Kaspressknödel-Abhängigkeit gelegt.
Besonders gefährlich: Sie kommen harmlos daher. Eingebettet in eine kräftige Rindssuppe, begleitet von Gemüse, vielleicht ein paar Nudeln. Und plötzlich ist es passiert. Man will noch einen. Und dann noch einen.
Auf der Alm genauso wie daheim.
Das Rezept: Kaspressknödelsuppe wie auf der Hütte
(für 4 Portionen – theoretisch)
Zutaten
Für die Kaspressknödel
- 1 fein geschnittene Zwiebel
- 50 g Butter
- 250 ml Milch
- 250 g frisches Knödelbrot
- 4 Eier
- 130 g frisch geriebener Pinzgauer Bierkäse
- 130 g frisch geriebener, 6 Monate gereifter Bergkäse
- 2–3 EL fein gehackte Petersilie
- 1 EL griffiges Mehl
- Salz
- Pfeffer
- frisch geriebene Muskatnuss
- Butterschmalz zum Braten
Für die Suppe
- 500 ml kräftige Rindssuppe
- 80 g fein geschnittene, gekochte Karotten und gelbe Rüben
- 1 EL fein geschnittener Schnittlauch
Zubereitung
Die Zwiebel in Butter glasig anschwitzen, mit der Milch ablöschen und kurz aufkochen lassen.
Die heiße Milch-Zwiebel-Mischung über das Knödelbrot gießen und etwa 5 Minuten ziehen lassen.
Eier, beide Käsesorten, Petersilie und Mehl untermischen. Mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss würzen – zurückhaltend, der Käse weiß, was er tut.
Aus der Masse flache Laibchen formen und in Butterschmalz langsam beidseitig goldbraun braten. Nicht hetzen, Kaspressknödel mögen keine Hektik.
Die Rindssuppe erhitzen, Karotten und gelbe Rüben zugeben, Kaspressknödel einlegen und mit Schnittlauch servieren.
Fazit
Diese Suppe ist keine Vorspeise.
Sie ist kein Kompromiss.
Sie ist eine Belohnung nach einem Skitag – egal ob auf der Alm oder daheim am Küchentisch.
Und wenn Wolfgang morgen wieder schmerzfrei auf der Piste steht, dann wissen wir alle:
Das war nicht nur das Wetter.
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