Hausgemacht. Gelingsicher. Ohne Maschinenzirkus.
Ich weiß nicht, wie viele Semmelknödel ich in meiner beruflichen Laufbahn gemacht habe.
Wenn ich schätzen müsste: 100.000 Stück? Wahrscheinlich mehr.
In meinen Kantinenzeiten war es völlig normal, täglich eine Masse für 3.000 Semmelknödel anzurühren. Handarbeit, Routine, Gefühl. Dann kam – wie so oft – die angebliche Erlösung aus Deutschland.
Ein gewisser Mr. Jack wurde eingeflogen und erklärte mir stolz die ultimative Maschine.
Eine Maschine, die alle Sorten Knödel und Laibchen formen konnte. Zwei Mitarbeiter reichen, hieß es:
- einer wirft die Masse in den Schlund der Maschine
- der andere schichtet die fertigen Knödel weg
Klingt genial, oder?
Die Realität:
Bis ich die Maschine „verstanden“ habe – oder besser gesagt, bis ich die richtige Konsistenz für die Maschine (nicht für die Gäste!) gefunden habe, vergingen Wochen. Ja, sie spuckte tausende Knödel am Tag aus.
Aber: Das Reinigen dauerte Stunden.
Und ganz ehrlich:
👉 Kein Knödel schmeckt besser, nur weil er aus einer Maschine kommt.
Darum erkläre ich dir heute lieber die klassische, selbstgemachte Variante.
Gelingsicher, alltagstauglich – und vor allem: richtig gut.

🥟 Semmelknödel – klassisch & bewährt
Zubereitungszeit: unter 45 Minuten
Menge: 6 große oder 12 kleine Knödel
Zutaten
- 6 Stück (ca. 360 g) altbackene Semmeln, gewürfelt
- ca. 250 ml Milch (lauwarm)
- 50 g Butter
- 3 EL glatte Petersilie, fein gehackt
- 3-4 Eier
- 1 EL Weizengrieß
- Salz
- 2–3 EL Weizenmehl
Zubereitung (ca. 40 Minuten)
- Semmelwürfel vorbereiten
Die Semmelwürfel in eine große Schüssel geben, mit der lauwarmen Milch übergießen und kurz ziehen lassen. - Butter & Petersilie
Die Butter in einer Pfanne zerlassen, die Petersilie kurz darin anschwitzen (nicht bräunen!) und alles über die eingeweichten Semmeln geben. - Masse herstellen
Eier verquirlen, den Grieß einrühren, gut salzen und locker unter die Semmelmasse mischen.
Den Teig 10 Minuten zugedeckt ruhen lassen, dann das Mehl unterheben. - Knödel formen & garziehen
Mit feuchten Händen Knödel formen.
In kochendes Salzwasser einlegen, Hitze reduzieren und im halb bedeckten Topf ca. 15 Minuten ziehen lassen – nicht sprudelnd kochen!
Knödel herausnehmen und gut abtropfen lassen.
💡 Profi-Tipp von mir
Die Knödelmasse soll weich, aber formbar sein.
Zu fest = Beton
Zu weich = Knödelsuppe
Wenn du unsicher bist: Probeknödel machen. Das habe ich für tausende Stück auch immer so gemacht 😉
Maschinen kommen und gehen.
Gute Knödel bleiben.
Und jetzt sag mir:
👉 Wozu servierst du deine Semmelknödel am liebsten – Braten, Gulasch, Wildgulasch oder ganz klassisch mit Schwammerlsauce?
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