🧀 Kärntner Glundnern – wenn aus Resten eine Legende wird

Sonnenalm Bröseltopfen
Für mich der Beste Bröseltopfen

Manchmal entstehen die besten Schmankerln ganz nebenbei.
Ich hatte Bröseltopfen vom Adamerhof übrig. Eigentlich waren Topfenreinkerl geplant – aber das MHD war erreicht. Und ganz ehrlich: genau dann ist der Topfen perfekt für einen Glundnern.

Ein Freund von mir liebt diesen Glundner so sehr, dass er ihn mit dem Löffel isst. Pur. Ohne Brot.
Ich bin da anders gestrickt:
👉 frisches Roggenbrot,
👉 ordentlich Butter,
👉 darauf der Glundnern
und ich bin kulinarisch daheim.


🕯️ Eine kleine Hommage an den Fritze P.

Unvergessen bleibt für mich ein ehemaliger Arbeitskollege, der leider schon im Jahr 2001 verstorben ist. Für mich war er der ungekrönte Glundnernkönig.
Bei ihm gab es immer zwei Sorten:

  • einmal natur – nur Salz, Kümmel und frischer Bröseltopfen
  • und dann die rötliche Variante mit einem Hauch Paprikapulver

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Sein Geheimnis war ebenso simpel wie genial: er war Koch in der „Kremser Stubn“
und verwendete fertigen Kochkäse, den er sanft mit Maresi (Kaffeesahne) erwärmte. Dadurch wurde der Glundner extrem streichfähig – seine ganz persönliche Spezialität.

Wenn alles gepasst hat, die Konsistenz perfekt war und der Geschmack auf den Punkt, kam sein legendärer Spruch:
„Zack die Bohne!“
Dann wusstest du: besser wird’s nimma.

Die Gäste kamen scharenweise in die Kremser Stubn, nur wegen diesem Glundner. Nicht wegen der Karte – wegen ihm.
Und genau deshalb lebt dieser Geschmack bis heute weiter.


Warum mich der Glundner immer begeistert

Der Glundner ist mehr als ein Aufstrich.
Ein würziger, cremiger Kärntner Schmierkäse mit Geschichte, Charakter und Haltung. Nichts für Eilige. Nichts für Feiglinge. Aber ehrlich, bodenständig und unglaublich gut.

Und jetzt kommt mein klassisches Rezept – so, wie ich ihn mag.


🧀 Rezept: Kärntner Glundnern – ganz traditionell

🧂 Zutaten

  • 1 kg Bröseltopfen (trockener Haustopfen)
  • 100 g Butterschmalz oder Butter
  • 10 g Salz
  • 2 TL Kümmel, grob gestoßen

🥣 Zubereitung

1. Topfen vorbereiten
Den Bröseltopfen grob zerbröckeln und dünn in eine breite Schüssel streuen.
Mit einem Tuch abdecken und bei Zimmertemperatur 2–3 Tage stehen lassen.
Zwischendurch immer wieder auflockern.

2. Reifung
Der Topfen ist reif, wenn er glasig-schlüpfrig wird und einen kräftig-reifen Geruch entwickelt.
Keine Sorge – das gehört genau so.

3. Würzen & schmelzen
Topfen mit Salz und Kümmel vermengen.
Butter oder Butterschmalz in einer Pfanne erhitzen, Topfen zugeben und kräftig rühren, bis die Masse gleichmäßig zu fließen beginnt.

Optional:
Für eine mildere Variante am Schluss eine Handvoll frischen Topfen unterheben.

4. Fertigstellen
Den Glundnern in eine Schüssel füllen und kalt stellen, bis er fest und streichfähig ist.


🥖 Serviertipp

Mit frischem Bauernbrot, Butter und ein paar Zwiebelringen.
Mehr braucht es nicht.
So einfach. So ehrlich. So Kärnten.


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Bilder: Peter Stelzl & Johann Jaritz, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

👉 Jetzt sag du:
Isst du den Glundner klassisch am Brot – oder bist du auch so ein Genießer, der ihn mit dem Löffel isst? 😄


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